Bündnis Sozialticket NRW

Einladung zum Bündnistreffen

Liebe Freundinnen und Freunde,
wir möchten Euch heute recht herzlich zu unserem nächsten gemeinsamen Bündnistreffen
am Samstag den 9. März in der Zeit von 11.00 bis 15.00 Uhr einladen.
Das Treffen wird in den Räumen von Tacheles, Rudolfstr. 125 42285 Wuppertal stattfinden.

Dazu schlagen wir Euch folgende Tagesordnung vor:
1.    Vorstellung der TeilnehmerInnen

2.    Ein Jahr „Bündnis Sozialticket NRW“. Was ist in der Zeit geschehen?
Kurze Vorstellung der Aktivitäten des Bündnisses
(Michaela Hofmann, Köln)

3.    Berichte aus den lokalen Gruppen zum Thema Sozialticket

4.    Mobilität für Alle !
Neue Ansatzpunkte für unsere Bewegung
siehe dazu den Text unten
(Klaus Kubernus-Perscheid, Wesel)

5.    Verschiedenes

6.    Termine
Nächste Treffen
Koordinierungskreis
Bündnistreffen

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Zu TOP 4. ein Text als Diskussionsgrundlage:
Was meinen wir mit „Mobilität für Alle“? Das was uns umtreibt ist die Frage, was ein gerechter Preis für ein Sozialticket sein könnte. Ist ein Preis von 20 € gerecht, der damit Menschen in einer Verkehrswabe einsperrt und ihm nicht die Möglichkeit gibt seine Freunde und Verwandten außerhalb dieser Wabe zu besuchen?

Das was uns verbindet ist die Empörung über den Versuch Menschen über den Preis an ihrer Mobilität zu hindern. Im VRR werden derzeit 38,65 € für ein Sozialticket verlangt. In den Regelsätzen für Hartz IV – Betroffene werden aber nur 28,39 € ausgewiesen. Wie kann es sein, dass Menschen 9,1 % ihres Einkommens (Regelsatz 424 € für einen Single, abzüglich der Miete) für ein Ticket ausgeben müssen, mit dem sie am Wochenende nicht einmal ihre/n EhepartnerIn mitnehmen dürfen.

Nicht nur Menschen, die auf sogenannte Transferleistungen angewiesen sind, empfinden die Preise für den ÖPNV als Zumutung. Eine einfache Fahrt von Wesel nach Duisburg in der Preisstufe C des VRR kostet 12,80 €. Obwohl Busse in den ländlichen Gebieten an Wochenenden größtenteils nur mit ganz wenigen Fahrgästen unterwegs sind, bestehen die Verkehrsunternehmen auf den regulären Preis.

Wie wäre es, wenn die Fahrgäste selber entscheiden würden wieviel Wert ihnen eine Fahrt von X nach Y ist?
In einigen Bereichen hat sich die Bezahlkultur völlig verändert. Wer z.B. in New York ein Museum besucht, zahlt an der Kasse so viel wie es ihm passt. Wer in Havanna in einen Stadtbus steigt, lässt eine Münze in einen Kasten fallen und keiner fragt nach dem Wert der Münze. Am Niederrhein finden kleine Konzerte statt, bei denen am Schluss des Konzertes die Besucher ihren Beitrag für die Künstler in einen Hut werfen. Alle folgen dem Prinzip „Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser“.

Wie wäre es, wenn bei uns die Fahrgäste an Wochenenden, wenn die Busse ehe leer sind, der Fahrpreis von den Fahrgästen selber bestimmt würde. Vielleicht würde dadurch eine Familie, die von Hartz IV leben muss, ihre Familie im Nachbarort besuchen? Vielleicht würde eine alleinstehende Frau mit einer geringen Rente mit dem Bus zum Markt fahren und frisches Gemüse einkaufen? Vielleicht würde der ein oder andere statt mit dem Auto den Bus zum Kino nehmen? Dadurch könnte die Umwelt geschont die Straße entlastet werden. Und ein, zwei Bierchen sitzen auch noch drin ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.
Vielleicht würden dadurch die Busse an den Wochenenden voller, die Fahrgäste zufriedener und die BusfahrerInnen würden das Gefühl haben, eine wichtige gesellschaftlich nützliche Arbeit gemacht zu haben.

Bei unserem Bündnistreffen wollen wir Ideen sammeln, die in die wie oben beschriebene Richtung gehen. Wir wollen gemeinsam überlegen, wie wir eine solche Vision umsetzen können und wer Bündnispartner für ein solches Projekt sein könnte.

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Es grüßt Euch ganz herzlich der KoKreis vom Bündnis Sozialticket NRW

Jürgen Aust, Helmut Eigen , Michaela Hofmann, Heiko Holtgrave, Frank Jäger, Ingrid Jost, Jürgen Köster, Holger Kirchhöfer, Klaus Kubernus-Perscheid, Dagmar Maxen und Marcel Nowitzki

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